TX-003

From Mark Twain in the German Language Press

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Mark Twain und die deutsche Sprache | 7 Dec 1881

Freie Presse für Texas. San Antonio [TX], 7 Dec 1881. Chronicling America: Historic American Newspapers, Lib. of Congress, https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045227/1881-12-07/ed-1/seq-1/.



Mark Twain's comments on German - in the form of his text "The Awful German Language" - were circulated widely by the German-language press. The article below summarizes and translates a short passage on the attribution of grammatical gender in German.

Changes in the translation are indicated as follows:

  • Inserts; not present in the English original: {in green}
  • Changes in word choice or meaning ⟦in blue⟧
  • Omissions; not included in the German translation ⟪in red⟫
Transcription English Translation
Mark Twain und die deutsche Sprache Mark Twain and the German language
Der bekannte amerikanische Humorist Mark Twain hat seinen Landsleuten im „Tramp-Abroad“ einen Begriff zu machen versucht von den Schwierigkeiten der Erlernung der deutschen Sprache. Twain beginnt seine Anschuldigungen gegen die deutsche Sprache mit der Behauptung, daß eine halbwegs begabte Persönlichkeit die englische ganz wohl in 30 Stunden, die französische in 30 Tagen erlerne, daß man aber das Deutsche im besten Falle erst in 30 Jahren bewältigen könne. Entrüstungsvoll fragt er, wie ein logischer Mensch sich in einer Sprache zurecht finden sollte, in welcher man einem Mädchen das sächliche und einer Rübe das weibliche Geschlecht zutheile? In der es die Frau, die Gattin, oder das Weib heiße? So zornig er über die haarsträubende „Systemlosigkeit“ der deutschen Sprache im Allgemeinen ist, die Vertheilung der Geschlechter empört ihn ganz besonders. Er klagt: „Der Baum ist männlich, seine Knospen sind weiblich und seine Blätter sächlich. Das Pferd ist geschlechtlos, der Hund ist männlich, die Katze weiblich. Der Körper eines Menschen ist männlich, aber wie wunderlich theilen sich die Partien desselben in Geschlechter ein! Der Nacken, die Ellenbogen, die Finger, Nägel und Füße sind männlich, während der Kopf, unbekümmert um die Person, die ihn trägt, je nach der gewählten Bezeichnung gleichfalls männlich oder (das Haupt) auch sächlich ist. Die Hände, die Hüften, die Lippen, Zehen und Schultern, die Nase und Brust sind weiblich, während die Beine und Kniee, die Augen und Ohren, das Kinn, das Herz und das Gewissen sächlich sind.“ Der verzweifelte Humorist schreibt, nur die schlimmste Gewissenlosigkeit könne eine so launische Vertheilung der Geschlechter, für die es absolut keinen logischen Leitfaden gebe, verschuldet haben.

“a tree is male, its buds are female, its leaves are neuter; horses are sexless, dogs are male, cats are female ⟪- tomcats included, of course;⟫ a person’s ⟪mouth,⟫ neck, ⟪bosom,⟫ elbows, fingers, nails, feet, ⟪and body⟫ are of the male sex, and his head is male or neuter according to the word selected to signify it, and not according to the sex of the individual who wears it - for in Germany all the women wear either male heads or sexless ones; a person’s nose, lips, shoulders, breast, hands, and toes are of the female sex; and his ⟪hair,⟫ ears, eyes, chin, legs, knees, heart, and conscience haven’t any sex at all.”